Grenzgänger: KVG oder Versicherung im Wohnland?
7. August 2026 · Redaktion
Das Optionsrecht
Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus einem EU-/EFTA-Staat unterstehen grundsätzlich der schweizerischen Versicherungspflicht – unabhängig davon, aus welcher Grenzregion sie täglich oder wöchentlich in die Schweiz pendeln: aus Deutschland (z. B. Raum Basel), aus Frankreich (z. B. Genf, Waadt, Jura, Neuenburg) oder aus Italien (z. B. Tessin). Sie können sich aber vom KVG befreien lassen und sich stattdessen im Wohnland versichern – das sogenannte Optionsrecht («droit d'option» / «diritto di opzione»).
Die drei Möglichkeiten
- Schweizer Grundversicherung (KVG) – Behandlung in der Schweiz und, je nach Wohnland, auch dort.
- Gesetzliche Versicherung im Wohnland (zum Beispiel GKV in Deutschland, CMU/PUMA in Frankreich, SSN in Italien).
- In einzelnen Ländern zusätzlich eine private Versicherung im Wohnland.
Die Regeln zum Optionsrecht unterscheiden sich je nach Wohnland leicht (z. B. Frist und Ausgestaltung bei den bilateralen Abkommen mit Frankreich und Italien) – im Zweifel lohnt sich eine individuelle Abklärung.
Wichtig zur Frist
Das Wahlrecht muss meist innerhalb von drei Monaten ab Aufnahme der Erwerbstätigkeit ausgeübt werden. Wird die Frist verpasst, gilt automatisch die schweizerische Versicherungspflicht. Der Entscheid ist in der Regel unwiderruflich, solange die Grenzgängersituation andauert.
Vorgehen
Lassen Sie die Prämien der Schweizer KVG-Varianten für Ihre Familie rechnen und stellen Sie sie den Kosten und Leistungen im Wohnland gegenüber. Für Familienangehörige ohne eigenes Erwerbseinkommen kann die Rechnung anders ausfallen als für die erwerbstätige Person.
Quellen
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